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Ratgeber · 6 min Lesezeit

Wohnungsgeberbestätigung: Pflicht, Frist, Muster.

Seit dem 1. November 2015 muss der Vermieter dem Mieter binnen zwei Wochen eine Wohnungsgeberbestätigung ausstellen – sonst droht ein Bußgeld von bis zu 1.000 Euro. So sieht das Formular aus, das jedes Einwohnermeldeamt akzeptiert.

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Die kurze Antwort

Die Wohnungsgeberbestätigung ist die schriftliche Bestätigung des Vermieters, dass der Mieter tatsächlich eingezogen ist. Nach § 19 Bundesmeldegesetz muss sie dem Mieter innerhalb von zwei Wochen nach Einzug vorliegen – er braucht sie für die Anmeldung beim Einwohnermeldeamt. Verstöße kosten den Vermieter bis zu 1.000 Euro Bußgeld.

Rechtsgrundlage und Zweck

Die Wohnungsgeberbestätigung wurde 2015 mit dem neuen Bundesmeldegesetz eingeführt. Sie soll Scheinanmeldungen verhindern – also Adressen, unter denen niemand tatsächlich wohnt. Nach § 19 Abs. 1 BMG muss der Wohnungsgeber dem Meldepflichtigen den Einzug schriftlich oder elektronisch bestätigen; nach § 19 Abs. 2 BMG hat die Bestätigung binnen zwei Wochen zu erfolgen.

Wohnungsgeber ist, wer die Wohnung tatsächlich zur Verfügung stellt. In der Regel der Vermieter, bei Untermiete der Hauptmieter, bei Eltern-Kind-Konstellationen die Eltern. Bei einer Hausverwaltung reicht deren Unterschrift; sie darf im Namen des Eigentümers zeichnen.

Pflichtangaben – diese sieben Punkte müssen rein

  1. Name und Anschrift des Wohnungsgebers.
  2. Einzugsdatum (nicht das Datum des Mietvertrags).
  3. Anschrift der Wohnung mit Etage und ggf. Lage im Haus.
  4. Name aller einziehenden Personen – auch Kinder und Ehepartner.
  5. Angabe, ob es sich um Einzug oder Auszug handelt.
  6. Bei Wohnungsuntergeber: Angabe, ob der Vermieter dem Untermietverhältnis zugestimmt hat.
  7. Ort, Datum, Unterschrift des Wohnungsgebers oder der bevollmächtigten Verwaltung.
Achtung: Fehlt das Einzugsdatum oder die Unterschrift, wertet das Meldeamt die Bestätigung als ungültig – mit der Folge, dass der Mieter sich nicht anmelden kann und du in Zeitnot gerätst.

Frist und Bußgelder

VerhaltenRechtsfolgeRechtsgrundlage
Keine Bestätigung ausgestelltBußgeld bis 1.000 €§ 54 Abs. 2 Nr. 3 BMG
Bestätigung verspätet ausgestellt (> 14 Tage)Bußgeld bis 1.000 €§ 54 Abs. 2 Nr. 3 BMG
Falsche Angaben (Scheinwohnung)Bußgeld bis 50.000 €§ 54 Abs. 2 Nr. 1 BMG
Mieter ohne Bestätigung, obwohl zugezogenMeldeamt informiert Vermieter§ 19 Abs. 5 BMG

Die 14-Tage-Frist beginnt mit dem tatsächlichen Einzug, nicht mit der Übergabe des Schlüssels. Wenn du frühzeitig unterschreibst und der Mieter erst zwei Wochen später einzieht, ist das unkritisch – wichtig ist, dass die Bestätigung dem Meldeamt bei der Anmeldung des Mieters vorliegt. Der Mieter selbst hat nach § 17 BMG zwei Wochen Zeit zur Anmeldung; die Frist des Vermieters und die des Mieters laufen parallel.

Muster und digitale Ausstellung

Jedes Meldeamt akzeptiert einen formlosen Zweizeiler auf Briefpapier oder auch eine E-Mail mit den Pflichtangaben. Verbindliche Formularvordrucke gibt es nicht; viele Kommunen bieten trotzdem PDF-Formulare an. Die elektronische Ausstellung ist seit dem Bundesmeldegesetz 2015 zulässig, sobald das Meldeamt einen elektronischen Empfangskanal eröffnet hat.

Wer regelmäßig neue Mieter aufnimmt, spart Zeit mit einer Vorlage. In Rentprime füllst du das Formular aus dem Übergabeprotokoll heraus – Mieterdaten und Wohnungsadresse werden übernommen, die Bestätigung landet mit Wasserzeichen im Mieter-Portal und im PDF-Archiv.

  • Für Untermiete: Zustimmung des Hauptvermieters getrennt dokumentieren (§ 553 BGB).
  • Für WGs: jeder neue Mitbewohner braucht eine eigene Bestätigung.
  • Für Zweitwohnung: Bestätigung enthält Vermerk „Zweitwohnung“, da die Zweitwohnungsteuer daran anknupft.
  • Für Kinder: gemeinsame Bestätigung mit den Eltern möglich, Namen einzeln nennen.

Auszug: Wann brauchst du eine Bestätigung für den Auszug?

Seit November 2015 ist die Auszugsbestätigung wieder Pflicht, aber nur in bestimmten Fällen: Nach § 17 Abs. 2 BMG ist eine Abmeldung nur dann nötig, wenn nach dem Auszug keine neue Wohnung im Inland bezogen wird – typischerweise beim Umzug ins Ausland oder bei Aufgabe einer Zweitwohnung. In diesem Fall stellst du dem Mieter eine Auszugsbestätigung aus.

Beim normalen Umzug innerhalb Deutschlands entfällt die Abmeldung; das Meldeamt der neuen Wohnung informiert das der alten. Trotzdem darf der scheidende Mieter dich um eine Bestätigung des Auszugs bitten, wenn er sie für das Ordnungsamt (Zweitwohnungsteuer) braucht – eine gesetzliche Pflicht besteht in dieser Konstellation nicht.

Häufige Fragen

Wer muss die Wohnungsgeberbestätigung unterschreiben?

Der Wohnungsgeber, also der Vermieter oder eine bevollmächtigte Hausverwaltung. Bei Wohnungseigentum unterschreibt der Eigentümer, nicht die WEG-Verwaltung. Der Hauptmieter unterschreibt nur bei Untermiete.

Muss die Bestätigung im Original vorliegen?

Nein. Nach § 19 Abs. 3 BMG reichen Schriftform oder elektronische Übermittlung. Viele Meldeamter akzeptieren einen Scan oder ein PDF; im Zweifel fragt der Sachbearbeiter das Original nach.

Was passiert, wenn der Mieter die Bestätigung verlangt, obwohl er noch gar nicht eingezogen ist?

Warte mit der Ausstellung bis zum tatsächlichen Einzug. Eine Bestätigung für eine Scheinanmeldung ist ein Bußgeldtatbestand nach § 54 Abs. 2 Nr. 1 BMG mit bis zu 50.000 Euro Rahmen.

Bekomme ich als Vermieter eine Kopie der Anmeldung beim Meldeamt?

Nein, nicht automatisch. Du kannst nach § 44 BMG eine einfache Melderegisterauskunft beantragen, wenn du ein berechtigtes Interesse nachweist – etwa zur Zustellung einer Kündigung.

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